Windkraft ernsthaft und ohne Scheuklappen prüfen
Beitrag von Bettina Petzold-Mähr, Landtagsabgeordnete
Eine stabile und bezahlbare Energieversorgung sicherzustellen, ist eine der wichtigsten Aufgaben für unser Land. Mir liegt dabei besonders am Herzen, dass wir heute die Weichen so stellen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch sicher versorgt sind. Dass wir derzeit rund 70 Prozent unseres Stroms importieren, macht uns schlichtweg zu abhängig.
Um unabhängiger zu werden, müssen wir die Produktion im Land konsequent ausbauen. Die Windenergie kann hier ein wertvoller Puzzlestein sein. Gleichzeitig kann ich sehr gut nachvollziehen, dass der Gedanke an Windräder in unserer Natur viele bewegt. Ein so prägender Eingriff darf nicht überstürzt werden; daher ist die laufende Strategische Umweltprüfung (SUP) so wichtig.
Bevor wir über Standorte sprechen, brauchen wir eine solide Faktenbasis. Wir müssen wissen, wo der Windertrag in einem vernünftigen Verhältnis zum Schutz von Landschaft, Ruhe und Tierwelt steht. Nur mit klaren Erkenntnissen können wir verantwortungsvoll entscheiden.
Besonders wichtig ist mir, die Bevölkerung von Anfang an mitzunehmen. Ohne Transparenz und einen ehrlichen Dialog mit den Gemeinden und den Menschen vor Ort wird es nicht gehen. Die Windkraft ist dabei kein Allheilmittel, sondern Teil eines klugen Mixes – Hand in Hand mit Solar- und Wasserkraft sowie modernen Speichern.
Mein Ziel ist eine Energiepolitik mit gesundem Augenmass: ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich machbar und mit dem klaren Fokus, unsere Eigenständigkeit Schritt für Schritt zu erhöhen. Die Windkraft ist dabei eine Option, die wir ernsthaft und ganz ohne Scheuklappen prüfen sollten.