Aktuelles|

Wahlfreiheit und Privatsphäre beim Bezahlen

Beitrag des stv. Landtagsabgeordneten Helmut Hasler

Der digitale Zahlungsverkehr ist heute ein fester Bestandteil unseres Alltags. Er bietet Schnelligkeit und Bequemlichkeit – Vorteile, die sowohl Konsumenten als auch Unternehmen schätzen. Dennoch stehe ich einer Entwicklung hin zu einer rein bargeldlosen Gesellschaft kritisch gegenüber.

Bargeld bedeutet Freiheit und Datenschutz. Es ist das einzige Zahlungsmittel, das ohne technische Infrastruktur und ohne Überwachung durch Finanzinstitute funktioniert. Wer bar bezahlt, hinterlässt keine digitalen Spuren. Diese Anonymität ist ein hohes Gut, das es vor Überwachungsdruck zu schützen gilt. Zudem ist Bargeld ein wichtiges Korrektiv: Es schützt vor Negativzinsen und bietet in Krisenzeiten physische Sicherheit und Unabhängigkeit von technischen Systemen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die soziale Komponente. Bargeld hilft vielen Menschen, besonders Jugendlichen und einkommensschwachen Haushalten, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten. Die physische Übergabe von Scheinen schafft ein Bewusstsein für den Wert des Geldes, das beim digitalen Bezahlen oft verloren geht. Die Gefahr der Verschuldung ist bei rein digitalen Zahlungen nachweislich höher.

Für mich deshalb ist klar: Wir brauchen ein Miteinander. Der digitale Zahlungsverkehr soll Prozesse vereinfachen, aber das Bargeld muss als gesetzliches Zahlungsmittel uneingeschränkt erhalten bleiben. Die Wahlfreiheit der Bürgerinnen und Bürger muss an oberster Stelle stehen. Nur so sichern wir die finanzielle Inklusion aller und bewahren unsere persönliche Freiheit.

Zur Übersicht