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Mutterschaft darf kein ökonomischer Nachteil bleiben

Beitrag von Serpil Yörümez, Vorsitzende Frauen in der FBP

«Gesellschaftsstrafe» statt «Kinderstrafe» – Kinder sind unsere Zukunft und ein Gewinn für die Gesellschaft. Nicht sie sind das Problem, sondern strukturelle Rahmenbedingungen, die Eltern benachteiligen. Solange Erwerbs- und Care-Arbeit nicht partnerschaftlich verteilt sind, bleibt Mutterschaft ein ökonomischer Nachteil.

Viele Frauen reduzieren ihr Arbeitspensum nicht nur wegen fehlender Betreuungsangebote, sondern auch aufgrund der bestehenden Lohnungleichheit. Verdienen Männer bei vergleichbarer Verantwortung und Qualifikation mehr, ist es finanziell oft logisch, dass die tiefer verdienende Person – meist die Frau – beruflich kürzertritt.

Die Folgen zeigen sich später: Wer weniger arbeitet, zahlt tiefere Beiträge in AHV und Pensionskasse ein. Das führt zu Einbussen bei der Rente und erhöht das Risiko von Altersarmut.

Politische Schritte wie die Einführung der Elternzeit oder das Postulat "Schule und Betreuung neu aus einer Hand" sind ein wichtiger erster Schritt. Ebenso zentral ist die Verantwortung der Unternehmen: Teilzeit mit echten Karriereperspektiven, flexible Arbeitszeiten, Jobsharing und verlässliche Rückkehrmöglichkeiten nach Familienphasen. Diskriminierung aufgrund von Familienverantwortung darf keinen Platz haben.

Gleichzeitig braucht es bezahlbare und qualitativ gute Betreuungsangebote – insbesondere ausserhalb der Pflichtschulzeit und während der Schulferien.

Erst wenn strukturelle Hürden abgebaut sind, wird Elternschaft nicht länger zur individuellen «Strafe», sondern bleibt das, was sie ist: eine Bereicherung für unsere gesamte Gesellschaft.

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